Georg Bittner, Leiter der Hans-Christian-Andersen-Schule Stadthagen, hat den Mitgliedern des SPD-Samtgemeindeverbands Nienstädt das Prinzip der Inklusion erläutert.
Samtgemeinde Nienstädt (gus). Das Prinzip sieht das gemeinsame Unterrichten von Schülern mit und ohne Förderbedarf vor und könnte nach dem Willen der Landesregierung ab 2013 an allen Schulen gelten. Niedersächsische Grundschulen können Inklusion für 2012 freiwillig beantragen (wir berichteten).
Dass Lernen dann am besten funktioniert, wenn in homogenen Gruppen Schüler mit möglichst ähnlichen Fähigkeiten unterrichtet werden, ist laut Bittner ein Irrglaube. Vielmehr profitierten alle Schüler von inklusivem Unterricht, dies betreffe lernstarke wie lernschwache und behinderte Menschen. Auch der soziale Zusammenhalt verbessere sich in Inklusions-Klassen.
Inklusion sei ein Werkzeug zur Abschaffung von Benachteiligungen und Stigmatisierungen. Integrationsklassen, in denen Förderschüler mit anderen Schülern untergebracht sind, die Sonderpädagogische Grundversorgung. Kooperationsklassen mit einigen integrativen Unterrichtsstunden und andere aktuelle Instrumente seien weniger zielführend.
Ein Vorteil inklusiver Schulen wäre ein Wegfall weiter Transportwege von Schülern in solche Lehreinrichtungen, die ein auf sie zugeschnittenes Unterrichtsumfeld vorweisen. Statt Integrationsklassen an einigen Schulen einzurichten, könnten im Modell der Inklusion alle Schulen lernschwache und behinderte Kinder aufnehmen. Inklusion sollte nach der Auffassung Bittners an allen Schulformen - von der Grundschule bis zum Gymnasium - eingeführt werden.
Sitzenbleiben und „Reifetests“ sehe das pädagogische Prinzip nicht vor. Bittner sagte, er sei selbst „Wiederholer“ gewesen und habe diese Erfahrung als unschön in Erinnerung. An Inklusions-Schulen sollen „multiprofessionelle Teams“ agieren, zu denen Lehrer, Förderschulpädagogen, Sozialpädagogen und weitere Fachleute gehören würden. Diese sollen die Schüler nach jeweiligem Bedarf betreuen.
„Wenn wir begriffen haben, dass Menschen unterschiedlich sind und dass wir sie wertschätzen können, dann sind wir kurz davor, etwas zu ändern“, sagte Bittner. Dieser sieht die Politik in der Verantwortung beim Vorantreiben der Inklusion. Was dann an den Schulen praktiziert würde, änderte zwangsläufig auch die Wahrnehmungen und Haltungen in der Gesellschaft.
Die Hesperin Daniela Scheibe sagte, sie begrüße es, dass sich die Gesellschaft ändern soll. „Wir sind nicht mehr exklusiv, sondern inklusiv. Aber vielleicht dauert es bis dahin noch etwas“, sagte Scheibe.
Abfall
in der Feldmark sammeln
Stadthagen (gh). Am Sonnabend, dem 6. November bekommen die Stadthäger wieder einmal Gelegenheit, ihr Umweltbewusstsein zu beweisen. An diesen Tagen wird die diesjährige Abfallsammelaktion in der Stadthäger Feldmark durchgeführt. Die Grundschule "Am Sonnenbrink", die "Hans-Christian-Andersen-Schule", die "IGS Schaumburg" haben im Rahmen des Unterrichts mit ihren Schülern die westlichen Stadtrandlagen nach "wilden Müllablagerungen" bereits am gestrigen Freitag durchkämmt. Schüler des "Wilhelm-Busch-Gymnasiums" sammelten in der Feldmark westlich der Jahnstraße. Mitarbeiter der "Paritätische Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland GmbH" sammelten im Bereich Ostring in Richtung Bürgerwald. Am heutigen Sonnabend sind die Vereine und Verbände aufgerufen, es ihnen gleich zu tun. Schwerpunkte dieser Sammelaktion liegen in den Bereichen nördlich der Industriestraße, südlich der Habichhorster Straße im Bereich hinter dem Friedhof Kleine Eichen, sowie in dem Bereich der verlängerten Herminenstraße. Neben den Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Stadthagen sowie der Lokalen Agenda 21 Stadthagen, haben der Gartenbauverein Stadthagen und Umgebung e.V. sowie die Ortsgruppe Stadthagen des Naturschutzbundes Deutschland e.V. ihre Teilnahme zugesagt. Als Anerkennung für die geleisteten Taten werden die Sammler nach getaner Arbeit mit einem kräftigen Essen und einem Getränk verpflegt.
Hans-Christian-Andersen-Schule läuft für die Welthungerhilfe
Schüler engagieren sich für das Projekt „Schule statt schuften“
Zum siebten Mal hat die Schule zu einem Sponsorenlauf zu Gunsten der Aktion „Lebensläufe“ aufgerufen, initiiert von der Deutschen Welthungerhilfe. Die Aktion unterstützt im südlichen Indien den Kampf gegen Kinderarbeit und setzt sich gleichzeitig auch für eine kostenlose Schulbildung der Kinder ein.
Zur Unterstützung des Projektes suchten sich die Schülerinnen und Schüler Sponsoren, die für jede gelaufene Runde (á 400 m) einen vorher festgelegten Betrag vergüten mussten. 90 Schüler und einige Lehrkräfte haben sich läuferisch mächtig ins Zeug gelegt und so die Spendensumme in die Höhe getrieben. Die Teilnehmer sind sehr stolz auf ihre Leistung und freuen sich, dass sie das Projekt mit 1200,00 € unterstützen können.
Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte der Hans-Christian-Andersen-Schule danken allen Sponsoren, der Sparkasse Stadthagen und einer Firma, die die Getränke zur Verfügung gestellt hat.
Wir machen im Augenblick keine Straßensammlungen
Stadthagen (aw). Die Hans-Christian-Andersen-Schule warnt vor Betrügern, die zurzeit in Stadthagen unterwegs sind. Unbekannte Jugendliche laufen nach Angaben der Schule durch die Stadt, sprechen Passanten an und klingeln auch an Haustüren. Sie geben vor, Spenden für Indien zu sammeln – und das im Namen der Schule. Diese hat nach eigenen Angaben bereits Anzeige erstattet.
„Wir haben in den letzten drei Tagen drei Anrufe bekommen“, sagte Schulleiter Georg Bittner. Außer zwei fremden Anrufern habe sich auch der Vater der Sekretärin gemeldet und nachgefragt, ob die Schule derzeit eine Straßensammlung durchführe. Am vergangenen Donnerstag hätten gegen 13.30 Uhr zwei Jungen und ein Mädchen bei ihm geklingelt und um eine Spende gebeten.
„Die hatten null Komma null Dokumente dabei“, beschrieb Bittner das Auftreten der Jugendlichen. Wenn die Schule Geld sammle, dann hätten die Schüler eine verplombte Sammelbüchse und einen Ausweis dabei, mit dem sie sich als Schüler der Hans-Christian-Andersen-Schule ausweisen und auch den zuständigen Lehrer benennen könnten. Es gebe aber derzeit nur die Sammlung für die Deutsche Umwelthilfe, die einmal im Jahr stattfindet, so Bittner. Und er stellte klar: „Wir machen im Augenblick keine Straßensammlungen.“
Ereignet haben sich die der Schule bekannten Vorfälle Bittner zufolge in der Nähe der Schachtstraße, an der Jahnstraße und im Zentrum.
Allerdings wies Bittner auch darauf hin, dass die Schule derzeit einen Sponsorenlauf vorbereite, der für Anfang September geplant ist. Dazu seien die Schüler derzeit auf der Suche nach Sponsoren, die für die von ihnen gelaufenen Runden spenden. Die Schüler könnten das jedoch auch schriftlich belegen, außerdem würde das Geld von den Lehrern eingesammelt, so Bittner.
Er vermutet, „dass da jemand auf den Zug aufgesprungen ist“, so Bittner. „Ich gehe vorsichtig optimistisch davon aus, dass es keiner unserer Schüler war.“
Reit-AG macht Kind und Pony Freude
Schüler lernen Theorie und Praxis rund ums Pferd / Mika mag Selbstgebackenes STADTHAGEN (wa). Mika ist neun Jahre alt, lebt in Hobbensen und liebt Aufmerksamkeit - vor allem die von Kindern. Das New-Forest-Pony von Besitzerin und Lehrerin Katja Lehmann ist seit drei Jahren ein verlässlicher Kumpel von vielen Schülern der Hans-Christian-Andersen-Schule in Stadthagen. Dank der Reit-AG, ins Leben gerufen von Lehmann und Lehrerin Heide Nolte, treffen sich einmal in der Woche maximal acht Kinder auf dem Hof von Familie Ludwig in Hobbensen. Vor Kurzem zeigten Valentina, Jan, Yusuf und Katja von der Reit-AG ihren Mitschülern der HCA Schule was sie dabei schon alles gelernt haben. Geklatscht werden dürfe während der Vorführung nicht, denn Mika könne sich sonst erschrecken, betont seine Besitzerin. Doch Mika ist ein gelassener Bursche. Das englischstämmige Pony gibt auf Kommando den Huf, für eine Möhre versteht sich - und zeigt sich von seiner besten Seite. Als erstes sitzt Valentina auf und präsentiert die Mühle, eine Übung vom Voltigieren, dem Turnen auf dem Pferd. Jan, ein weiterer Teilnehmer der AG reitet rückwärts, während Mika im Schritt seine Runden dreht.
Die Kinder lernen nicht nur verschiedene Übungen hoch zu Ross, sondern auch die Theorie im Umgang mit Pferden und was sonst noch dazu gehört. "Im Winter haben wir bei schlechtem Wetter zum Beispiel Leckerlies für Mika gebacken", erzählt Katja Lehmann. Wichtig ist vor allem das Vertrauen auf gegenseitiger Basis, deshalb werden spezielle Vertrauensübungen durchgeführt die Pferd und Kind miteinander bekannt machen. Reiten erfüllt auch therapeutische Zwecke. Die Bewegungen vermitteln ein besseres Körpergefühl und der Umgang mit den Tieren stärkt das Selbstbewusstsein. Das Interesse am Reiten ist groß und schnell finden sich ein paar Testreiter, die vielleicht im nächsten Schuljahr bei der Reit-AG mitmachen. Mit den Worten "Darf ich Mika noch mal knuddeln?" verabschieden sich Valentina und die anderen Kinder von ihrem Lehrpartner, der später im Pferdeanhänger zurück in seinen Offenstall nach Hobbensen gebracht wurde.
Foto: wa Valentina zeigt ihren Mitschülern stolz, was sie in der Reit-AG mit Pony Mika gelernt hat.
14.08.2010 | Ausgabe-Nr. 33B
Spende für Haiti
Das Spendenfieber hat für die Erdbebenopfer auf Haiti hat auch die Schüler der Hans-Christian-Andersen-Schule in Stadthagen angesteckt. In den vergangenen Wochen sind von Schülern immer wieder kleine Geldbeträge gespendet worden. Außerdem haben die 5. Klassen durch einen Brezelverkauf, die hauseigene Schülerfirma „Mr. Apple“ und die Mensa geholfen. Für den Verkauf in der Mensa haben die Bäckerei Nazar und Feinkost Tekin Brot gespendet. So sind 425 Euro zusammengekommen. Die wurden der Welthungerhilfe für deren Haiti-Hilfe übergeben. Mit dieser Organisation arbeitet die Schule seit mehreren Jahren zusammen. jl
Beeindruckt
vom „Leuchtturm“ Integration
Karl Finke, Landesbeauftragter für behinderte Menschen,
informiert sich über schulisches „Erfolgsmodell“
Über das außergewöhnlich hohe Maß an Integration von
Schülern mit Behinderungen in Regelschulen im Schaumburger Land hat sich
gestern der Landesbeauftragte für behinderte Menschen, Karl Finke, informiert.
Kreis Schaumburg. Mittlerweile werden kreisweit sämtliche
Primarschüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf
in Grundschulen unterrichtet. Niedersachsenweit beträgt
dieser Anteil erst 35 Prozent. Rund 40 Prozent aller weiterführenden
Schulen in Schaumburg haben „Integrationsklassen“,
weit mehr als der Landesschnitt. Mobile pädagogische
Dienste der Förderschulen unterstützen Schüler
mit Behinderungen in diesen „I-Klassen“. Finke zeigte sich „beeindruckt“, mit welch intensivem
gemeinsamem Vorgehen aller Beteiligten die Eingliederung
behinderter Schüler in Schaumburg gelinge:„Das
ist gar nicht selbstverständlich.“ Der hiesige
Landkreis stelle dabei „ein Erfolgsmodell“ dar,
lobte er im Kreis von Vertretern beteiligter Schulen. Schaumburg
sei bei der Integration „einer der Leuchttürme
in Niedersachsen“, stimmte Jürgen Landfester,
Dezernent an der Landesschulbehörde, beim Treffen in
der Hans-Christian-Andersen-Schule in Stadthagen ein.
Finke lobte den Landkreis als Schulträger, dass dieser
bei der Beantragung der drei neuen Gesamtschulen darauf bestanden
habe, dass diese durchgängig Integrationsklassen anbieten
sollen – wie das die IGS in Stadthagen schon seit jeher
tut. „Dadurch wird sich der Trend der Integration noch
weiter beschleunigen“, zeigte sich Finke zufrieden.
Voraussetzung sei freilich, dass die Schulen mit „I-Klassen“ ausreichend
Lehrerstunden zur Verfügung gestellt bekommen. Das gelte
speziell für den fünften Jahrgang des kommenden
Schuljahrs. „Wir sind da etwas in Sorge“, sagte
Georg Bittner von der Hans-Christian-Andersen-Schule, „es
sollte bei der Integration deswegen kein Abbruch passieren.“
Diese Sorge nahm Finke genauso mit nach Hannover wie die
Forderung des Schulischen Beratungszentrums in Obernkirchen
nach zwei weiteren Lehrerstellen für die Betreuung von
Schülern mit Förderbedarf in der emotionalen und
sozialen Entwicklung Hans-Joachim Lübker, Leiter der
Förderschule für geistige Entwicklung in Rodenberg,
wünscht sich mehr „I-Klassen“ auch für
geistig behinderte Schüler.
Hinter dem pädagogischen Konzept, alle Schüler
so weit wie irgend möglich gemeinsam zu unterrichten – angemessene
unterstützende Fördermaßnahmen vorausgesetzt – „steht
der Kreiselternrat in vollem Umfang“, betonte dessen
Vorsitzender Christian Postel. ssr
In
Integrationsfragen dem Land voraus
Karl Finke besucht Hans-Christian-Andersen-Schule
/ Mehr Lehrer gefordert
Karl Finke, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderungen,
hat die Kooperation zwischen allem Beteiligten der schulischen
Versorgung in Schaumburg als sehr vorbildlich gelobt: "Hier
wird an einem Strang gearbeitet, Vergleichbares gibt es kaum
in Niedersachsen." Stellvertretend besuchte er die Hans-Christian-Andersen-Schule
mit Förderschwerpunkt Lernen um sich dort bei Vertretern
der Förderschulen. des Schulträgers und des Kreiselternrates
sowie der Landesschulbehörde über die Bildungssituation
für Lern- und Körperbehinderte in Schaumburg zu
informieren. Vorgestellt wurden die Maßnahmen der integrativen
und inklusiven Beschulung. Deutlich wurde dabei, dass die
Beteiligten sich eine Fortsetzung der Integration in den
neuen fünften Klassen und eine Erweiterung des schulischen
Beratungszentrums in Obernkirchen wünschen. Letzteres
unterstützt die allgemeinbildenden Schulen in der Arbeit
mit Schülern, die Auffälligkeiten im Bereich der
emotionalen und sozialen Entwicklung zeigen. Mit der Erweiterung
würden zwei zusätzliche Lehrer benötigt, um
dem gestiegenen Anforderungen gerecht werden zu können. "Wir
sind gemeinsam auf einem guten Weg, die UN-Konvention für
Menschen mit Behinderungen zu verwirklichen", lautete Finkes
Fazit am Ende des Besuches, "dieser Landkreis ist einer der
wenigen, der das Konzept der schulischen Grundversorgung
umsetzt". Dies treffe nur auf ein Drittel des Landes zu.
In Landkreis werden Schüler mit sonderpädagogischem
Förderbedarf in verschiedenen Modellen gefördert:
Sie besuchen Förderschulen, werden im Primarbereich
an einer Regel-Grundschule unterrichtet, nehmen in Integrations-Klassen
teil oder sind in Regelklassen eingegliedert, wo mobile Dienste
unterstützen. Weiterhin gibt es die Möglichkeit
der Inklusiv-Beschulung, die ohne eine offizielle Zuerkennung
des sonderpädagogischen Status vonstatten geht.
Foto: nb
Sind sich einig: Jürgen Landfester (v.li.), Karl
Finke und Georg Bittner setzen sich für die Integration
behinderter Schüler ein. BUz 02 Karl Finke informiert
sich über die Möglichkeiten für Schüler
mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
aus: Schaumburger Wochenblatt vom 24.03.2010
(Originalartikel)|
Ausgabe-Nr. 13A